Übergabe

Am 8. November 2014 jährte sich das Attentat von Johann Georg Elser (4.1.1903 – 9.4.1945) im Münchner Bürgerbräukeller auf Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führung zum 75. Mal.

Aus diesem Anlass ehrte die Georg-Elser- Initiative Berlin einen der bedeutenden deutschen Widerstandskämpfer mit der Errichtung eines Gedenksteins in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Damit soll daran erinnert werden, dass Georg Elser von Anfang 1940 bis Februar 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert war, bevor er am 9. April 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.

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Eingangstor zum ehemaligen KZ Sachsenhausen

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Fundament des Zellenbaus in Sachsenhausen, in dem Georg Elser die Zeit seiner Gefangenschaft verbrachte.
Foto: Rainer Paar

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Der Gedenkstein nach der feierlichen Übergabe. Der Gedenkstein stammt aus dem Steinbruch bei Königsbronn, wo Georg Elser sich den Sprengstoff für das Attentat besorgte.

 

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Foto: Rainer Paar

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Foto: Rainer Paar

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Foto: Rainer Paar

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Auf Einladung der Gedenkstätte waren zahlreiche Besucher aus Berlin und dem Umland zu der feierlichen Übergabe des Steines gekommen

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Stilles Gedenken an den mutigen Hitler-Attentäter Johann Georg Elser

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Prof. Dr. Günter Morsch (Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) gab einen Abriss über Elsers Leben und seine Gefangenschaft im KZ Sachsenhausen. Er kritisierte, dass Elser jahrzehntelang nur als „einfacher Mann“ und naiver Einzeltäter tituliert worden ist. In Wirklichkeit besaß der Attentäter als einer der Wenigen den Weitblick, Hitlers verbrecherische Absicht zu erkennen. Früher als etwa die Attentäter des 20. Juli 1944.
Die Rede von Prof. Morsch im Wortlaut

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Foto: Rainer Paar

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Pfarrer i.R. Jürgen Quandt (Georg-Elser-Initiative Berlin). Der Pfarrer, selbst Träger des Georg-Elser-Preises, erläuterte die Entstehungsgeschichte des Gedenksteins und sprach über die Gewissensentscheidung eines Christen um die Frage des Tyrannenmordes. Er verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass Elsers Tat bei Gott ein gnädiges Urteil erfahre.
Die Rede von Jürgen Quandt im Wortlaut

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Rechtsanwalt Wolfgang Wieland (Mitglied des Deutschen Bundestages a.D.) kritisierte, dass es in unserer Zeit an Zivilcourage mangele. Man müsse und dürfe gottlob nicht wie Elser zur Bombe greifen, um Ungerechtigkeiten zu bekämpfen. In unserer Gesellschaft reiche schon manchmal etwas Mut aus, damit die Zustände verändert werden. Das Wegschauen der Behörden nach den Morden der NSU-Terroristen zeige aber, dass viele im Lande aus der Geschichte nichts gelernt hätten. „Man hätte es besser wissen können und besser wissen müssen“, sagte Wieland.

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Der Dramatiker Rolf Hochhuth rezitierte aus seinem Gedicht über Elser, das er bereits vor vier Jahrzehnten geschrieben hatte: „Den Saal zu früh verlassen – elf Minuten! / Acht Nazis tot, fünf Dutzend sind verwundet… / Nach drei Jahrzehnten nennt sein Heimatdorf / nach Johann Georg Elser eine Straße / – doch keine deutsche Stadt, nicht eine. / Dies Volk liebt zwar die Freiheit – doch nicht jene, / die starben, um es zu befreien.“

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Der Zitherspieler Andreas Spohn umrahmte die Feierstunde. Er spielte auch Stücke, die Georg Elser wahrscheinlich selbst in seiner Zelle im KZ Sachsenhausen gespielt hatte.

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Die Georg-Elser-Initiative-Berlin. Von links: Martin und Renate Hofmeister, Dagmar Quandt, Hans-Peter Buschheuer, Annemarie Bastiaan, Jürgen Quandt. (Fotos: Roschanak Tabari)